Häufig gestellte Fragen zum Thema „Asyl“

Die Stadt Recklinghausen ist gesetzlich verpflichtet, Flüchtlinge unterzubringen und zu betreuen. Zum Thema "Asyl" gibt es oft viele Fragen. Die wichtigsten Fragen und Antworten haben wir an dieser Stelle zusammengefasst. Sie werden regelmäßig aktualisiert.

Die wichtigsten neuen Nachrichten finden Sie direkt hier: 

  • Wohnungen für Flüchtlinge gesucht - Mehr

  • Das Landesintegrationsministerium hat die Broschüre "Ankommen in Nordrhein-Westfalen - Erste Schritte zur Orientierung in unserem Land" herausgegeben. Hier können Sie sich diese Broschüre anschauen.

  • Willkommen in Deutschland! Die Orientierungshilfe "Refugee Guide" enthält nützliche Tipps und Informationen für das Leben in Deutschland. Sie gibt es in mehreren Sprachen. Mehr

 


Allgemeines
und Zahlen

Warum muss die Stadt Recklinghausen Flüchtlinge aufnehmen?
In Artikel 16a des Grundgesetzes heißt es: „Politische Verfolgte genießen Asylrecht.“ Menschen, die nach Deutschland einreisen, um Schutz vor Verfolgung zu suchen, müssen sich zunächst bei einer Erstaufnahme-Einrichtung als Asylsuchende melden. Von dort aus können sie einen Antrag auf Asyl stellen und werden dann auf die Bundesländer verteilt. Grundlage für die Verteilung auf die Bundesländer ist der sogenannte „Königsteiner Schlüssel“, der die Aufnahmequote nach Steuereinnahmen und Bevölkerungszahl bestimmt. Konkret heißt das: Nordrhein-Westfalen muss 21,22 Prozent der ankommenden Asylsuchenden aufnehmen. In den Landeseinrichtungen sollen die Flüchtlinge zunächst bis zu drei Monate verbleiben, damit Registrierungen, gesundheitliche Betreuung und das Verfahren der Asylanträge geregelt werden können.

Erst danach werden die Asylsuchenden durch das Land den Städten zugewiesen. Die Städte sind gesetzlich verpflichtet, Flüchtlinge unterzubringen und zu betreuen (Flüchtlingsaufnahmegesetz NRW). Zuständig für die Verteilung in Nordrhein-Westfalen ist die Bezirksregierung Arnsberg. Für ihren Verteilungsschlüssel sind die Kriterien „Bevölkerungszahl“ und „Fläche“ maßgeblich. 

Rathaus


Wie viele Flüchtlinge leben derzeit in Recklinghausen?
Derzeit sind in Recklinghausen 3.130 Flüchtlinge (Stand: 30. September 2017) untergebracht, davon 781 in Unterkünften. 


Wie haben sich die Zahlen in den letzten Jahren entwickelt?
Die Flüchtlingszahlen sind in den letzten Jahren kontinuierlich angestiegen. Das zeigt ein kurzer Jahresüberblick über die Zahl der zugewiesenen Flüchtlinge in Recklinghausen:

2010: 92
2011: 39
2012: 138
2013: 219
2014: 348
2015: 1647
2016: 39
2017: 495 (Stand 30. September 2017)

Durch die Aufnahme und Unterbringung von ca. 500 zugewiesenen Personen von Januar bis Juli 2017 hat die Stadt Recklinghausen ihre Aufnahmeverpflichtung nach dem Gesetz über die Zuweisung und Aufnahme ausländischer Flüchtlinge (Zuweisungen nach § 50 Asylgesetz) inzwischen wieder zu rund 96 Prozent erfüllt.

Aus welchen Ländern stammen die Flüchtlinge, die in Recklinghausen leben?
Die meisten Asylsuchenden in Recklinghausen kommen derzeit aus Guinea, Syrien, Ex-Jugoslawien, Afghanistan, Irak und Iran.

 

Unterbringung

Wie werden die Flüchtlinge in Recklinghausen untergebracht? Wie viele Unterkünfte gibt es?
Die Stadt Recklinghausen unterhält derzeit neun Standorte mit 1.107 Plätzen (sozialverträglich) und maximal mit 1.561 Plätzen.

  • Dortmunder Straße
  • Kreiswehrersatzamt
  • Ovelgönnestraße/Hillerfeldmark
  • Herner Straße
  • Josef-Wulff-Straße
  • Gewerbegebiet „Auf der Herne“ - Lise-Meitner-Straße
  • Westliche Lülfstraße
  • Vinckestraße/Hellbachstraße

 

Weitere Planungen
Am 9. Oktober 2017 hat der Rat der Stadt Recklinghausen beschlossen,

  • das Gebäude Herner Straße 102 abzubrechen und im Jahr 2018 durch einen Neubau in Form eines Modulbaus zu ersetzen
  • ein Gebäude am Standort Vinckestraße abzubrechen und im Jahr 2019 durch einen Neubau in Massivbauweise zu ersetzen
  • die übrigen zwei Gebäude am Standort Vinckestraße abzubrechen und perspektivisch in den Jahren 2020 und 2021 durch Massivbauten zu ersetzen.

Die Gebäude an der Vinckestraße sind abgängig. Eine menschenwürdige Unterbringung kann selbst mit verstärkter Bauunterhaltung nicht länger gewährleistet werden.


Neues Unterbringungskonzept
Neben der Erstellung der Neubauten ist ein weiterer Kernpunkt des neuen Unterbringungskonzepts die Schaffung abgeschlossener Wohneinheiten mit eigenen Küchen- und Sanitärbereichen für die Bewohnerinnen und Bewohner. Dadurch sollen diese besser auf den Bezug von Privatwohnungen vorbereitet, die persönliche Wohnsituation verbessert und die Eigenverantwortung für ihre Wohn- und Lebenssituation erhöht werden. Dem lag die Annahme zugrunde, dass mit der höheren Eigenverantwortung der Bewohnerinnen und Bewohner sowie der Minimierung von Interessenkollisionen verschiedener Bewohnergruppen eine Reduzierung kostenträchtiger Zerstörungen und Verunreinigungen sowie ein konfliktfreieres Wohn- und Sozialverhalten einhergeht, wodurch sich auch die Akzeptanz seitens der Nachbarschaft verbessert.


Warum werden Asylsuchende nicht einfach in Wohnungen untergebracht?
Auch wenn die Verwaltung in ständigem Kontakt mit privaten Vermietern und Wohnungsgesellschaften steht, werden durch die Vermittlung in Wohnungen nicht ausreichend Kapazitäten geschaffen. Denn auf der einen Seite stehen nicht ausreichend geeignete Wohnungen - insbesondere für Ein-Personen-Haushalte und für größere Familien - für die Anmietung zur Verfügung. Auf der anderen Seite muss die Mietfähigkeit der Asylbewerber individuell betrachtet werden.

Der Aufenthalt im Übergangswohnheim ist darauf ausgerichtet, dass Asylsuchende und ausländische Flüchtlinge mit einem perspektivisch längeren Aufenthaltsstatus dazu befähigt werden, ein selbstbestimmtes, menschenwürdiges Leben zu führen. Dazu gehört auch die Förderung der Wohnfähigkeit, damit diese Personen in der Lage sind, sich zu integrieren und am gesellschaftlichen Leben teilnehmen zu können.

Dieser Prozess erfolgt in zwei Schritten: Die Unterbringung im Übergangswohnheim dient der Orientierung und der Vorbereitung der Integration. Die Bewohnerinnen und Bewohner können sich gegenseitig unterstützen und die Vor-Ort-Betreuung durch den betreuenden Verband (Sozialdienst katholischer Frauen - SkF) in Anspruch nehmen. Der Prozess zur Förderung beziehungsweise Feststellung der Wohnfähigkeit dauert grundsätzlich sechs Monate. Er kann im Einzelfall länger oder kürzer ausfallen.

Bei einer günstigen Prognose ihres Wohn- und Sozialverhaltens und ihres Aufenthaltsstatus erhalten die Bewohnerinnen und Bewohner die Genehmigung, eine Privatwohnung zu beziehen. In der Regel suchen sie sich selbst eine eigene Wohnung und mieten diese an. Auf Wunsch werden sie jedoch bei der Wohnungssuche unterstützt. Nach dem Umzug in eine eigene Wohnung erfolgt die weitere Betreuung durch Sozialarbeiter des Caritasverbandes für ein Jahr.

Asylbewerber, die keine Perspektive auf einen dauerhaften Aufenthalt in der Stadt Recklinghausen haben und deren Asylantrag voraussichtlich abgelehnt wird, weil sie zum Beispiel aus einem sogenannten „Sicheren Herkunftsstaat“ kommen, werden nicht in Wohnungen vermittelt, sondern werden bis zu ihrer Ausreise oder Abschiebung in Gemeinschaftsunterkünften (Übergangsheime) untergebracht.

 

Hilfe von Bürgern und Vermietern

Kann ich als Vermieter helfen?
Ja.

„Wir wollen, gerade weil immer mehr Flüchtlinge nach Deutschland kommen, dezentrale Unterbringungs- und gute Integrationsmöglichkeiten schaffen und deshalb Wohnungen im ganzen Stadtgebiet vermitteln“, sagt der Erste Beigeordnete Georg Möllers. Gesucht werden Wohnungen für Alleinstehende mit bis zu 50 Quadratmetern, für zwei Personen mit bis zu 65 Quadratmetern und für Familien mit mehr als 100 Quadratmetern.

Zwei Mitarbeiter der Verwaltung, Frank Franke und Gerrit Runge, befassen sich gezielt mit der Wohnungssuche und sind intensiv bemüht, am Wohnungsmarkt geeignete Angebote zu finden. Dabei arbeiten sie mit dem Sozialdienst katholischer Frauen (SkF) und dem Caritasverband Recklinghausen zusammen. „Der enge Kontakt mit dem Sozialdienst katholischer Frauen und der Caritas ist sehr wichtig, denn sie betreuen die Flüchtlinge in den Übergangsheimen und unterstützen sie auch nach dem Umzug in eine Wohnung in allen Lebensbereichen“, sagt Frank Franke.

Wer eine Wohnung an Flüchtlinge vermieten möchte, kann sich an die beiden Mitarbeiter wenden unter den Telefonnummern 02361/50-2571 und -2071 oder per E-Mail an soziales@recklinghausen.de.

Wie kann ich die Einrichtungen unterstützen? Wie kann ich den Flüchtlingen helfen?
Es gibt verschiedenste Möglichkeiten, Hilfen zu leisten. Sinnvoll sind beispielsweise Kleider- oder Spielzeugspenden. Darüber hinaus ist ehrenamtliches Engagement herzlich willkommen. Insbesondere bei Sprachkursen, bei der Kinderbetreuung und Hausaufgabenhilfe, aber auch bei anderen Angeboten wie Vorlesen, Sport, Basteln oder Nähen ist ehrenamtliches Engagement von großem Nutzen. Die betreuenden Verbände, Sozialdienst katholischer Frauen und Caritasverband, sind für alle, die sich ehrenamtlich engagieren wollen, ansprechbar.

 

Betreuung und Ansprechpartner

Für die Flüchtlingsbetreuung in den meisten Übergangseinrichtungen ist der Sozialdienst katholischer Frauen zuständig. Dieser führt auch die träger- und stadtteilübergreifende Asylverfahrensberatung durch.

Kontakt:
Sozialdienst katholischer Frauen Recklinghausen e.V.

Standort Modulbauten Herner Straße
Maria Bongers, Dipl. Sozialarbeiterin
Telefon: 02361/9083320
Fax: 02361/9087096
E-Mail: maria.bongers@skf-recklinghausen.de


Standort Container Dortmunder Straße
Sybille Averdung
Telefon: 02361/9087094
Fax: 02361/9087096

Standort Vinckestraße und Hellbachstraße
Renata Eifert
Telefon: 02361/3020668
Fax: 02361/30201679

Standort Lülfstraße
Benjamin Köhler
Telefon: 02361/9088737
Fax: 02361/9088726

Standort Liese-Meitner-Straße
Lena Appelhoff
Telefon: 02361/3061955
Fax: 02361/4851935

Verfahrensberatung
Pascal Thyron
Telefon: 02361/6581831
Mobil: 0151/52890487


Für die dezentrale Flüchtlingsbetratung, also: Wenn Flüchtlinge aus einer Sammelunterkunft in eine eigene Wohnung ziehen und für die Unterkunft Ovelgönnestraße/Hillerfeldmark ist der Caritasverband der Ansprechpartner.

Kontakt:
Caritasverband Recklinghausen

Sofia Bißlich - Koordinatorin der Caritas
Büro: „Haus der Caritas“
Mühlenstraße 27
45659 Recklinghausen
Telefon: 02361/5890-760
Mobil: 0160/96353079
E-Mail: s.bisslich@caritas-recklinghausen.de

Jan Kijak
Büro: Kinder- und Jugendtreff Hillerheide
Heidestr. 25
45659 Recklinghausen
Mobil: 0175/2217117
E-Mail: j.kijak@caritas-recklinghausen.de

Irena Šef
Büro: BBZ Ziegelgrund
Ludwig-Rosenberg-Str. 3
45665 Recklinghausen
Telefon: 02361/493032
Mobil: 0160/90743901
E-Mail: i.sef@caritas-recklinghausen.de

Damla Tasdemir (Sammelunterkunft Hillerfeldmark/Ovelgönnestr. und dezentrale Beratung)
Büro: Sammelunterkunft Hillerfeldmark/Ovelgönnestr.
Ovelgönnestr. 4b
45659 Recklinghausen
Tel: 02361-9374546
Mobil: 01753796269
E-Mail: d.tasdemir@caritas-recklinghausen.de

Quartiersmanagement Hillerheide
Ovelgönnestr. 4a
45659 Recklinghausen
Telefon: 02361/90505-34
Fax: 02361/90505-36

Monika Wagner-van der Straten
Mobil: 0160/6734491
Mail: m.Wagner-vanderStraten@caritas-recklinghausen.de

Björn Schmidt-Freistühler
Mobil: 0151/50309198
Mail: b.schmidt-freistuehler@caritas-recklinghausen.de


Für das ehemalige Kreiswehrersatzamt ist das Diakonische Werk zuständig.

Kontakt:
Kreiswehrersatzamt
Jochen Sievers
Elper Weg 16-18
45657 Recklinghausen
Telefon: 02361/890 2828
Mobil: 0173/2601720
E-Mail: sievers@dw-re.de

Koordination und Ehrenamtsbörse für die Flüchtlingshilfe
Oliver Dembski
Ovelgönnestraße 4
45659 Recklinghausen
Telefon: 02361/9050534
Fax: 02361/9050536
mobil: 01515/7688104

 

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Stand: 19.10.2017

 

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