Die Zukunft der ehemaligen Trabrennbahn: Klarer Auftrag zum "Wohnen am Wasser"

Wie soll das Areal der ehemaligen Trabrennbahn im Stadtteil Hillerheide in Zukunft genutzt werden? Das war die große und anspruchsvolle Aufgabe im Jahr 2016. Gemeinsam mit Ihnen, liebe Bürgerinnen und Bürger, hat die Verwaltung eine der letzten wirklich großen Flächenentwicklungen im Stadtgebiet von Recklinghausen begonnen.

Plan Wohnen am Hillersee


Am Dienstag, 28. Juni 2016, hat sich die Empfehlungskommission mit Bürgermeister Christoph Tesche für das Konzept zum neuen Rennbahn-See von der Dortmunder Städtebauerin Prof. Christa Reicher mit dem Freiraumplaner Frank Flor ausgesprochen.

„Der Entwurf hat uns überzeugt, und die Empfehlungskommission hat sich mit sehr großer Mehrheit dafür entschieden“, sagte Tesche im Anschluss an die Sitzung. „Eine wichtige Etappe ist erreicht. Das Grundkonzept liegt uns nun vor, es ist der klare Auftrag zum ,Wohnen am Wasser‘.“

Bürgermeister Tesche und der Technische Beigeordnete Norbert Höving machten aber auch deutlich, dass diesem Schritt noch etliche folgen müssen. „Viele Untersuchungen und Gutachten stehen jetzt an, um die Machbarkeit des Konzeptes zu bestätigen“, sagte Höving. So müsse vor allem auch untersucht werden, in welcher Form der Rennbahn-See realisiert werden könne und welche Kosten dafür entstehen werden. „Im schlimmsten Fall müssten wir uns für die Freifläche etwas anderes überlegen, aber davon gehen wir im Moment nicht aus“, sagte Tesche.

Das Konzept, für das sich die Empfehlungskommission entschieden hat, wurde dem Stadtentwicklungsausschuss und auch dem Rat der Stadt vorgelegt, der es am Montag, 4. Juli 2016, verabschiedete. Derzeit erstellt die Verwaltung eine Kostenschätzung sowie eine Wirtschaftlichkeitsberechnung, um einen Förderantrag bei der Bezirksregierung stellen zu können. „Wenn wir da grünes Licht bekommen, geht es für uns anschließend darum, die entsprechenden bauplanungsrechtlichen Schritte vorzubereiten. Eine Anpassung zum Regional- und Flächennutzungsplan wird erforderlich sein und danach werden mehrere Bebauungsplanabschnitte in der Bauleitplanung folgen, um das ausgesuchte Konzept umzusetzen“, sagte Höving.

Gewinnerteam mit Bürgermeister TescheDie komplette Entwicklung des 39 Hektar großen Areals wird voraussichtlich 10 bis 15 Jahre in Anspruch nehmen. Wie viele Wohneinheiten am Ende tatsächlich um den geplanten Rennbahn-See entstehen, wird der weitere Planungsprozess zeigen. Geplant sind derzeit mehr als 1000 Wohneinheiten. Auch die Vergabe des Wohnraums ist aktuell noch kein Thema.

„Die rege Teilnahme der Bürgerinnen und Bürger am bisherigen Planungsprozess hat mich besonders gefreut“, sagte Tesche. „Denn hier besteht wirklich die Chance, das Areal zu einem ganz besonderen Quartier in Hillerheide zu machen. Umso wichtiger ist es dann, wenn solche Beteiligungsmöglichkeiten auch angenommen werden."

Dieser Entwurf des Rennbahn-Sees geht auch einher mit vielen Wünschen der Bürger, die sich bei der Wikimap Hillerheide dazu geäußert haben. So war vielen wichtig, den dortigen Freiraum weitgehend zu erhalten.

Hier können Sie die Gewinner-Präsentation des Architekturbüros rha sowie einen kurzen Erklärtext der Planer herunterladen.

Die Begründung der Empfehlungskommission gibt es hier.

Was bisher geschah: Zum Auftakt des Planungsprozesses begrüßte Bürgermeister Christoph Tesche alle Interessierten am Dienstag, 16. Februar 2016, zum „Stadtteilforum 1 - Impulse“ in den Räumen der NUA. In diesem Stadtteilforum konnten sich die Besucher ausführlich über die Aufgabe, die Beteiligungsmöglichkeiten und das gesamte Programm des ersten Halbjahres 2016 informieren. Zudem wurden alle Experten vorgestellt und ein Impulsprojekt einer gelungenen Trabrennbahn-Umnutzung präsentiert. Unter dem Titel "Varianten" sind im zweiten Stadtteilforum am Montag, 14. März 2016, die ersten Struktur- und Nutzungsideen vorgestellt worden.

Bestandteil im Planungsprozess war auch eine vorbereitende Stadtteil-Werkstatt als Bürger-Analyse des Plangebietes und seiner Stärken und Schwächen, die am Samstag, 13. Februar 2016, von 9 bis circa 13 Uhr mit vier thematisch zugeordneten Arbeitsgruppen stattfand. Darin konnten Bürgerinnen und Bürger - begleitet von Fachleuten - eine erste Einschätzung zur Trabrennbahn und ihre Ideen zur zukünftigen Nutzung entwickeln.

Im dritten Stadtteilforum am Montag, 18. April 2016, sind als Ergebnis des Abends die Leitziele der Bürger- und Expertenbeteiligung in Form von Hinweisen zur Bebauungs-, Nutzungs-, Erschließungs- und Freiraumstruktur festgehalten worden. Dieses - über das Bürgerengagement entstandene - Strukturkonzept ist den anwesenden Entwurfsteams (bestehend aus Städtebau- und Freiraumbüros) zur weiteren Bearbeitung übergeben worden. Die Planungen sind nun in die zweite, konkrete Stufe gegangen.

Im vierten Stadtteilforum am Montag, 9. Mai 2016, sind die Erstideen der drei Bearbeitungsteams präsentiert und anschließend im Plenum diskutiert worden.

Im fünften Stadtteilforum am Montag, 27. Juni 2016, sind alle drei Konzepte der Entwurfsteams als Abschlusspräsentationen gezeigt und diskutiert worden:

  • das Städtebaukonzept des Wohnens auf der Kontur der Rennbahn samt Innenraum des Münchner Architekten-Teams rund um Prof. Dorothea Voitländer mit dem Freiraumplaner Prof. Ludwig Schegk,
  • das Konzept zum neuen Rennbahn-See von der Dortmunder Städtebauerin Prof. Christa Reicher mit dem Freiraumplaner Frank Flor,
  • die „Schollen” innerhalb einer Wiesen- und Teichlandschaft von der Architektin Annette Paul aus Köln mit dem Freiraumplaner Hubertus Schäfer.

Hier finden Sie das Programm mit allen wichtigen Terminen zum Herunterladen.

Hier finden Sie zusammenfassende Informationen zu der Stadtteilwerkstatt und dem 1. Stadtteilforum im Überblick (PDF-Format).

Hier finden Sie ein PDF-Dokument mit Informationen zum 2. Stadtteilforum.

Hier finden Sie ein PDF-Dokument mit Informationen zum 3. Stadtteilforum.

Hier finden Sie ein PDF-Dokument mit dem Protokoll zum 4. Stadtteilforum.

Hier finden Sie ein PDF-Dokument mit dem Protokoll zum 5. Stadtteilforum.

Hintergrund
Der Dialog zwischen Verwaltung und Bürgerschaft hat bereits begonnen, als mit dem integrierten Stadtteilentwicklungskonzept (ISEK) eine Zukunftsvision für Hillerheide entworfen worden ist. Die Anregungen und Ideen für den Stadtteil, die Bürgerinnen und Bürger durch die Online-Beteiligung „Wikimap“ eingebracht haben, hat die Verwaltung bereits bei einer öffentlichen Bürgerversammlung diskutiert. Zusätzlich sind die genannten Schwerpunkte in die Erstellung des Gesamtkonzeptes eingeflossen. Im Sommer 2015 hat der Rat dann fünf Leitprojekte beschlossen, die die Lebensqualität in Hillerheide bis 2030 noch deutlich weiter erhöhen sollen. Eines davon ist ein Zukunftskonzept für die ehemalige Trabrennbahn. Hier finden Sie mehr Informationen zum ISEK Hillerheide.

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