Geboren in Struthütten (Kreis Siegen-Wittgenstein). Von 1882 bis 1883 besuchte Still die Maschinenbauschule in Betzdorf (Kreis Altenkirchen) und von 1888 bis 1890 die Maschinenbauschule in Holzminden. Nach seinem Studium arbeitete er zunächst bei der Maschinenfabrik Baum in Herne und ging später zu dem in Dahlhausen ansässigen Anlagenbau-Unternehmen Dr. C. Otto & Comp. Am 1. Mai 1898 kam es zur Gründung der Firma Carl Still in Recklinghausen. Bereits im Gründungsjahr realisierte er eine großtechnische Versuchsanlage bei der Zeche König Ludwig in Recklinghausen. 1899 baute Still eine Benzolgewinnungsanlage auf der Zeche Lothringen in Bochum-Gerthe. So gelang es ihm, sich in sehr kurzer Zeit einen Namen auf dem Gebiete der Kohlenwertstoffgewinnung für Benzolfabriken, Rohgaskondensationen, Ammoniakfabriken und Teer-Destillationen zu machen.
Im Jahr 1906 begann die Firma Still dann mit der Errichtung von Koksofenanlagen. Weltruhm durch die Entwicklung neuer Verfahren, die es ermöglichten, anstatt der bislang üblichen zwei Meter hohen Koksöfen nun Öfen mit einer Höhe von bis zu sechs Metern zu errichten. Diese Kokereitechnik wurde bekannt als sog. System Still. Sein wissenschaftliches Interesse brachte ihn in Kontakt zu prominenten Physikern und Mathematikern: d.h. es entstanden Freundschaften zu Max Born, Max Planck oder Richard Courant. 1943 bot Still Max Planck und dessen Frau Unterkunft in seinem Gutshaus bei Burg Rogätz. Die Arbeit des Mathematikers Heinrich Behnke wurde durch Still finanziell unterstützt.
1918 wurde Still von der Technischen Hochschule Aachen die Ehrendoktorwürde (als Dr.-Ing. E. h.) verliehen. 1929 stiftete er den Carl-Still-Preis, der Schüler des Gymnasiums Petrinum Recklinghausen in ihrer wissenschaftlichen Entwicklung fördern soll.