Heuss wurde am 31. Januar 1884 in Brackenheim geboren. Nach dem Abitur studierte er in München und Berlin Nationalökonomie und Kunstgeschichte und promovierte zum Dr. rer. pol. Schon während des Studiums war er journalistisch tätig, und diesem Beruf widmete er sich auch im Anschluss an seine Ausbildung. Als Schüler hatte Heuss sich dem "Nationalsozialen Verein" von Friedrich Naumann angeschlossen. 1924 zog er für die DDP in den Reichstag. 1932 veröffentlichte Heuss ein Buch über Adolf Hitler, durch das er sich den Zorn der Nationalsozialisten zuzog. Im Jahr darauf verlor er sein Reichstagsmandat und seine Lehrtätigkeit an der Hochschule für Politik, konnte jedoch - zum Teil unter einem Pseudonym - bis Kriegsende weiter publizieren.
1946 wurde er zum Vorsitzenden der "Demokratischen Volkspartei in der US-Zone" gewählt und widmete sich darüber hinaus der Vorstandsarbeit in der 1947 gegründeten "Demokratischen Partei Deutschlands". Er wirkte bei der Bildung des Bundesverbands der liberalen westdeutschen Parteien mit, der sich im Dezember 1948 unter dem Namen Freie Demokratische Partei (FDP) gründete. Heuss wurde der erste Bundesvorsitzende der FDP. Als Mitglied des Parlamentarischen Rats hatte er großen Anteil an der Formulierung des Grundgesetzes.
1949 wurde Heuss zum ersten Bundespräsidenten der Bundesrepublik Deutschland gewählt und bezog 1950 die Villa Hammerschmidt als Amtssitz. Als erster Bundespräsident hatte er die außenpolitische Aufgabe, das schlechte Ansehen der Deutschen in der Weltöffentlichkeit zu verbessern. Heuss wurde ab 1952 persönlicher Förderer und Schirmherr der Ruhrfestspiele Recklinghausen und war regelmäßiger Besucher der Festspiele.