Geboren in Castrop absolvierte Hagemann ein Jurastudium; es folgte Verwaltungsdienst zunächst bei der Königlichen Regierung in Münster; 1852 zunächst kommissarisch, dann 1853 durch reguläre Wahl ins Amt des Bürgermeisters gekommen. Starkes und langjähriges Engagement für Ausbau und Modernisierung der Recklinghäuser Kommunalverwaltung, für Ausbau der Verkehrswege, insbesondere für die Eisenbahnlinie Wanne–Münster; weitere Schwerpunkte lagen im Ausbau der städtischen Infrastruktur (auch im Schulwesen), in städtebaulicher Expansion (Zechensiedlungen) durch starke Bevölkerungszunahme und den wachsenden Einfluss des Steinkohlebergbaus ab 1870.
1871 Gründung der Städtischen Sparkasse, ab 1871 Abteufung erster Schächte und Förderbeginn der Zechen Recklinghausen, General Blumenthal und König Ludwig; wirtschafts- und sozialgeschichtlicher Epochenwechsel tritt durch Beginn des Montanzeitalters in Recklinghausen ein. Ab 1857 Kurbetrieb im „Solebad Grullbad“ (bis 1902). Im Emscherbruch entsteht entlang der preußischen Landstraße von Herne nach Münster durch geschlossene, planvolle Bebauung ein neuer Stadtteil: Recklinghausen-Bruch (ab 1904: RE-Süd). Dreimalige Wiederwahl Hagemanns in das Bürgermeisteramt; Amtsverzicht aus Altersgründen, Ernennung zum Ehrenbürger im Jahr 1890.