Geboren in Oelde (Kreis Warendorf) absolvierte von Bruchhausen ein Jura-Studium in Freiburg/Br., Straßburg und war von 1888 bis 1891 zunächst als Rechtsanwalt in Essen und von 1891 bis 1899 als besoldeter Beigeordneter der Stadt Essen tätig. 1899 wurde er für zwölf Jahre zum Ersten Bürgermeister der Stadt Recklinghausen gewählt.
An den Beginn von Bruchhausens Amtszeit fällt die Verabschiedung eines groß angelegten Bebauungsplans nach Vorgaben des bedeutendsten deutschen Städteplaners Hermann Josef Stübben im Jahre 1899. Mit dessen Stadterweiterungskonzept setzte die planmäßige Expansion der vorindustriellen Kernstadt Recklinghausens rund um die – schon zur Mitte des 19. Jahrhunderts bis auf geringe Reste niedergelegte – Stadtmauer ein, deren ehemalige Umwallung zur Vorlage für einen repräsentativen Ringstraßen-Boulevard nach Kölner Vorbild werden sollte. 1904 wurden die Stadtteile Bruch und Hillen in Recklinghausen-Süd und Recklinghausen-Ost umbenannt, insbesondere den Verselbständigungstendenzen des dicht besiedelten und schnell expandierenden Stadtteils im montanindustriell geprägten Süden Recklinghausens wurde damit dauerhaft entgegengewirkt.
Von Bruchhausens Amtsjahre fallen im Übrigen in die Periode intensiven Ausbaus städtischer Infrastruktur und der Hochphase wirtschaftlichen und demographischen Wachstums Recklinghausens. Dessen Einwohnerzahlen wuchsen in fünf Jahren von rd. 31.000 (1899) auf ca. 43.000 Menschen (1904/05) an. Einen erheblichen Anteil daran hatten meist aus der preußischen Provinz Posen einwandernde polnischstämmige Bergleute, die auf den Recklinghäuser Steinkohle-Großzechen Anstellung fanden.
Bereits mit Wirkung zum 1. April 1901 war die Stadt Recklinghausen – aufgrund besagten Bevölkerungsanstiegs auf über 30.000 – gemäß § 4 der Kreisordnung für die Provinz Westfalen aus dem Landkreis Recklinghausen ausgeschieden und bildete seitdem einen eigenen Stadtkreis. Am 19. August 1904 vollzog sich von Bruchhausens Orts- und Amtswechsel von Recklinghausen nach Trier (Bürgermeister, ab 1905 Oberbürgermeister ebendort, bis 1927). Im selben Jahr wurde er zum Ehrenbürger der Stadt Trier ernannt, anschließend folgte der Ruhestand.