Ehrengalerie

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Name
Niemeyer
,
Fritz
Person der Stadtgeschichte
Oberbürgermeister/in
Amtszeit
1931 - 1939
Geburtsjahr
1883
Todesjahr
1958
Kurzbiographie einschließlich Lebensdaten

Geboren in Dortmund absolvierte Niemeyer ein Studium der Rechts- und Staatswissenschaften in Freiburg/Br., Kiel, Berlin und Münster. Nach dem Ersten Juristischen Staatsexamen wurde Niemeyer Rechtsreferendar, 1910 folgte die Zweite Juristische Staatsprüfung. Nach kurzer Tätigkeit als Assessor beim Amtsgericht Dortmund war Niemeyer als Rechtsanwalt tätig, zunächst in Recklinghausen (Oktober 1910 bis Anfang 1911), dann in Gelsenkirchen (Februar 1911 bis Oktober 1916). Daran schloss sich in einer Landsturm-Einheit ein Kriegseinsatz von Herbst 1916 bis Frühjahr 1917 an, anschließend war Niemeyer bis Frühjahr 1918 bei der sog. Rheinisch-Westfälischen Städte-Vereinigung (Sitz Gelsenkirchen) sowie bei der Stadtverwaltung Gelsenkirchen im Bereich Lebensmittelversorgung und Kriegsfürsorge tätig. Danach fand er seit Juni 1919 erneut Beschäftigung bei der Rheinisch-Westfälischen Städte-Vereinigung.

Am 18. Mai 1920 wählte die Stadtverordnetenversammlung in Recklinghausen Niemeyer für die Dauer von zwölf Jahren in das Amt des Zweiten Bürgermeisters, der Dienstantritt erfolgte am 1. Juli 1920. Zu seinem Dezernat gehörten insbesondere die Lebensmittelversorgung, das Steuer- und Einwohnermeldewesen, Personal- und Polizeiverwaltung. Nach Ausweisung des Oberbürgermister Sulpiz Hamm durch die französische Besatzungsmacht Ende Januar 1923 versah Niemeyer dessen Amtsgeschäfte insbesondere hinsichtlich der Kontakte zur französischen Stadtkommandantur.

Von März bis Dezember 1923 war Niemeyer wegen diverser Befehlsverweigerungen in Recklinghausen und Zweibrücken interniert. Erst nachdem eine unmittelbar anschließende Ausweisungsverfügung aus dem besetzten Ruhrgebiet von französischer Seite außer Kraft gesetzt worden war, konnte Niemeyer seine Tätigkeit in Recklinghausen im Juli 1924 wiederaufnehmen. Ab September 1931 übernahm Niemeyer kommissarisch die Geschäfte des Oberbürgermeisters, nachdem der Amtsinhaber Sulpiz Hamm (siehe dort) auf seine bevorstehende Wiederwahl zur zweiten Amtsperiode verzichtet hatte. Im Februar 1932 folgte die Bestätigung durch das Preußische Staatsministerium mit der Genehmigung der Amtsbezeichnung „Oberbürgermeister“, am 16. März wurde Niemeyer offiziell in sein Amt eingeführt. Auf Betreiben der lokalen NSDAP wurde Niemeyer ab Dezember 1938 beurlaubt.

Am 1. Oktober 1939 erfolgte die förmliche Versetzung in den (vorzeitigen) Ruhestand, nachdem seitens des NS-Gauleiters für Westfalen-Nord, Dr. Alfred Meyer, der Bocholter Oberbürgermeister Fritz Emil Irrgang (siehe dort) ab Sommer 1939 für die Übernahme des Oberbürgermeisteramtes in Recklinghausen vorgesehen war. Im Mai 1945 wurde Niemeyer – auch nach 1938/39 weiterhin in Recklinghausen wohnhaft – von der amerikanischen Besatzungsmacht zum Landrat des Kreises Recklinghausen ernannt, von wo aus er im April 1946 in das Amt des dortigen Oberkreisdirektors wechselte. 1947 wurde Niemeyer Mitglied des vorläufigen westfälischen Provinzialausschusses in Münster, im November 1949 erfolgte die Versetzung in den Ruhestand, woran sich ab 1950 eine leitende Verwaltungstätigkeit in der Haushaltsabteilung des bischöflichen Generalvikariates in Münster anschloss.




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