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Dr. Felix Klein hielt auf Einladung der Volkshochschule im Großen Sitzungssaal des Rathauses einen Vortrag zum Thema „Was tun gegen Antisemitismus?“
Zuvor empfing Bürgermeister Christoph Tesche den hochkarätigen Gast in seinem Büro zu einem Meinungsaustausch. „Der Besuch ist wegen der Corona-Pandemie dreimal verschoben worden. Ich bin froh, dass es nun doch noch geklappt hat. Die sehr interessante Begegnung mit Dr. Klein ist für mich auch Motivation, im Kampf gegen Antisemitismus, Rassismus und jede Form von Ausgrenzung nicht nachzulassen“, sagte Bürgermeister Christoph Tesche.
Bei seiner Begrüßung der Gäste des Vortrages machte Tesche deutlich, dass die Zahl der antisemitischen Übergriffe in den vergangenen Jahren wieder angestiegen sei. „Und das ist geschehen, obwohl wir bundesweit in den vergangenen Jahren immer wieder den Opfern des Holocaust gedenken und antisemitische Anschläge verurteilen“, sagte Tesche. Das werfe die Frage auf, was sonst noch zu tun sei, um den Antisemitismus im Land wirksam einzudämmen.
Ein Patentrezept hatte Dr. Felix Klein dafür in seinem Vortrag auch nicht. Er skizzierte aber verschiedene Ansätze. „Vor allem müssen wir jüdisches Leben in unserem Land stärker sichtbar machen. Dieses existiert seit 1700 Jahren und trotzdem wird vieles, was mit dem jüdischen Glauben zu tun hat, noch als fremd wahrgenommen. Leider wird das, was den Menschen fremd ist, auch häufig missverstanden. Je selbstverständlicher jüdisches Leben wahrgenommen wird, umso schwieriger werden es Antisemiten haben, ihre Verschwörungstheorien und ihren Hass zu verbreiten“, ist Klein überzeugt.
„Und natürlich hilft es, immer wieder laut gegen jede Form von Antisemitismus aufzustehen. Ja, ich wünsche mir mehr Zivilcourage in unserem Land“, unterstrich der Beauftragte der Bundesregierung. „Der Staat kann es nicht allein richten. Was wir brauchen, sind Initiativen aus der Gesellschaft heraus.“ Als beispielhaft bewertete Klein die Gedenkkultur in Recklinghausen, die er im Gespräch mit Christoph Tesche und bei einem Rundgang durch die Stadt mit dem ehemaligen Beigeordneten Georg Möllers und VHS-Leiter Dr. Ansgar Kortenjann kennengelernt hatte. „Ich bin wirklich begeistert, wie breit die Aktivitäten in Recklinghausen angelegt sind – vom Online-Gedenkbuch, bis zu regelmäßigen Schülerprojekten.“
Sorge bereitet Klein der zunehmende israelbezogene Antisemitismus. „Die Demonstrationen während des jüngsten Gazakonfliktes in unserem Land waren beschämend. Wenn wegen des Konfliktes in Israel bei uns vor Synagogen demonstriert wird, obwohl die Mitglieder der Gemeinden mit dem Staat Israel nichts zu tun haben, dann stimmt da etwas nicht. Wo sind zum Beispiel die öffentlichen Proteste gegen die Übergriffe der Taliban in Afghanistan?“ fragte Klein.
Um ein besseres Verständnis für die besondere Situation des Staates Israel zu wecken, der die einzige Demokratie in der Region sei, möchte Klein den Jugendaustausch forcieren. Er berichtete, dass die Gespräche mit Israel zur Einrichtung eines entsprechenden Jugendwerks intensiviert würden. „Ich hoffe, dass wir mit der neuen Regierung auf einen gemeinsamen Nenner kommen. Mit der Regierung von Benjamin Netanjahu war das leider nicht möglich.“ Und auch auf dem Feld der Jugendbegegnungen sieht Klein Recklinghausen durchaus als positives Beispiel. „Ich habe heute erfahren, wie intensiv ihre Städtepartnerschaft mit Akko gelebt wird und dass der Schüleraustausch eine zentrale Rolle spielt.“ Jugendprojekte seien der richtige Weg, um das Verständnis füreinander zu wecken. Klein selbst hat als 18-jähriges Mitglied eines Orchesters erstmals das Heilige Land besucht. „Seither hat mich Israel nicht mehr losgelassen.“
Dr. Klein ist seit Mai 2018 im Amt. Er ist bundesweit unterwegs, um Vorträge zu halten. Wichtiger Ansprechpartner für ihn ist natürlich der Zentralrat der Juden in Deutschland. Seine Hauptaufgabe sieht er in der Öffentlichkeitsarbeit und dem Anstoßen von Debatten.
Seine Aktivitäten finden dann aber auch ihren konkreten Niederschlag in der Politik. So ist auf sein Betreiben hin das Namensänderungsgesetz, das 1938 noch von den Nationalsozialisten gemacht wurde, geändert worden. Außerdem hat Dr. Felix Klein auch ein Gesetz mit angeschoben, dass das Verbrennen von Fahnen unter Strafe stellt.
Anhang
Pressefoto: In seinem Büro begrüßte Bürgermeister Christoph Tesche den Bundesbeauftragten Dr. Felix Klein. Der machte anschließend mit VHS-Leiter Dr. Ansgar Kortenjann (r.) einen Stadtrundgang, bei dem die Gedenkkultur im Mittelpunkt stand. Foto: Stadt RE