
Am 24. Februar jährt sich der völkerrechtswidrige Angriff Russlands auf die Ukraine bereits zum vierten Mal. Vier Jahre Krieg, Leid, Zerstörung, aber auch vier Jahre ungebrochener Widerstand für Freiheit, Demokratie und Selbstbestimmung.
„Dieser Jahrestag ist ein Tag des Innehaltens und der klaren Haltung“, erklärt Bürgermeister Axel Tschersich anlässlich des Jahrestages. „Der Krieg betrifft nicht nur die Ukraine. Er betrifft unsere europäischen Werte, unser Verständnis von Frieden und unsere Verantwortung füreinander.“
Seit Beginn des Krieges haben in Recklinghausen rund 2700 Menschen aus der Ukraine zwischenzeitlich Schutz gefunden. Sie wurden von der Stadtgesellschaft mit großer Offenheit aufgenommen, unterstützt und begleitet. Möglich war und ist dieses auch durch vielfältiges ehrenamtliches Engagement, durch die Unterstützung von Hilfsorganisationen, Vereinen, Kirchen, Schulen, Kindertagesstätten und nicht zuletzt durch eine engagierte Stadtverwaltung. Aktuell halten sich rund 2000 Menschen aus der Ukraine in Recklinghausen auf.
„Für viele von uns ist Recklinghausen zu einem zweiten Zuhause geworden. Wir haben hier Sicherheit gefunden, aber auch Solidarität, Freundschaft und Menschlichkeit. Dafür sind wir dankbar. Gleichzeitig tragen wir die Sorge um unsere Familien und unser Land jeden Tag mit uns“, sagt “, sagt Anastasia Selenkewitsch, stellvertretende Vorsitzende und neben Anastasia Metlinova und Victoriya Shypova eine von drei Vertreterinnen der ukrainischen Community im Ausschuss für Chancengerechtigkeit und Integration.
Der Zusammenhalt in Recklinghausen zeigt, was Städte leisten können, wenn sei besonders gefordert sind: Integration, Unterstützung und gesellschaftlichen Zusammenhalt. Bürgermeister Axel Tschersich unterstreicht: „Kommunen sind Orte der praktischen Solidarität. Hier entscheidet sich, ob Ankommen gelingt und Hoffnung bewahrt wird.“
Vor diesem Hintergrund unterstützen er und der Ausschuss für Chancengerechtigkeit und Integration ausdrücklich die Forderungen des Deutschen Städtetages zum vierten Jahrestag des Krieges, die der Hauptausschuss des kommunalen Spitzenverbandes bereits am 22. Januar 2026 bei seiner Tagung in Dresden beschlossen hat. Dazu gehören insbesondere:
· die klare Anerkennung der Unterstützung der Ukraine, ihres Wiederaufbaus und ihres Weges in die Europäische Union als gemeinsame nationale Aufgabe,
· die substanzielle und dauerhafte finanzielle Unterstützung der Kommunen, die Geflüchtete aufnehmen und begleiten,
· sowie die stärkere Einbindung der Städte in internationale Wiederaufbau- und Partnerschaftsstrukturen.
„Die Städte haben in den vergangenen vier Jahren Großes geleistet, stoßen aber gleichzeitig immer mehr an die Grenzen ihrer finanziellen und personellen Möglichkeiten“, so Bürgermeister Tschersich. „Wer kommunales Engagement will, muss dieses auch verlässlich absichern.“
Gleichzeitig richtet sich der Blick nach vorn: auf den Wiederaufbau der Ukraine, auf demokratische kommunale Strukturen und auf eine gemeinsame europäische Zukunft. Städtepartnerschaften, zivilgesellschaftlicher Austausch und kommunale Zusammenarbeit spielen dabei eine Schlüsselrolle.
„Viele Menschen, die aus der Ukraine auf der Flucht vor dem Krieg den Weg nach Recklinghausen gefunden haben, tragen die Hoffnung in sich, eines Tages in ein freies und wiederaufgebautes Land zurückkehren zu können“, sagt Anastasia Selenkewitsch. „Für sie ist es wichtig, zu wissen: Sie sind nicht allein. Ihr Dank gilt den vielen Recklinghäuserinnen und Recklinghäusern, die sich in den vergangenen Jahren mit ihnen und unserem Land solidarisch gezeigt haben.“
Recklinghausen steht auch vier Jahre nach Kriegsbeginn solidarisch an der Seite der Ukraine, aus Überzeugung, aus Menschlichkeit und aus Verantwortung für Frieden und Freiheit in Europa.
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Bürgermeister Axel Tschersich nahm neben dem Rathaus an der Mahnwache der ukrainischen Community anlässlich des 4. Jahrestages des völkerrechtswidrigen Angriffs Russlands teil. Foto: Stadt RE