Aktuelles und Veranstaltungen

Im Institut für Stadtgeschichte finden regelmäßig Veranstaltungen statt. Informationen dazu gibt es auf dieser Seite.

STADT- UND VESTISCHES ARCHIV

Wanderausstellung des United States Holocaust Memorial Museum
Einige waren Nachbarn: Täterschaft, Mitläufertum und Widerstand


im Institut für Stadtgeschichte Recklinghausen vom 9. September bis 8. Oktober 2020

Viennese Jews scrub the pavement neu 2

Die Ausstellung Einige waren Nachbarn: Täterschaft, Mitläufertum und Widerstand befasst sich mit einer der zentralen Fragen zum Holocaust: Wie war der Holocaust möglich? Die zentrale Rolle von Adolf Hitler und anderer nationalsozialistischer Führer ist unbestreitbar, aber sie waren von unzähligen anderen abhängig. Welche Rolle spielten die gewöhnlichen Menschen? Warum haben so Viele die Verbrechen der Nationalsozialisten unterstützt oder geschwiegen? Warum haben so Wenige den Opfern geholfen?
 
Die Erkenntnis, dass der Holocaust möglich wurde, weil Menschen in Deutschland und ganz Europa aus verschiedenen Gründen motiviert waren, dem Völkermord zuzustimmen oder daran mitzuwirken, ist entscheidend, um Lehren aus dem Holocaust zu ziehen.
Der Holocaust erinnert uns daran, dass das Undenkbare immer möglich ist. Es erinnert uns auch daran, dass Individuen mehr Macht haben, als sie vielleicht wissen - zum Guten oder zum Schlechten. Das Museum hofft, dass diese Ausstellung dazu inspiriert, über eigene Einflussmöglichkeiten für eine bessere Zukunft nachzudenken.

„Hitler und andere nationalsozialistische Führer hätten den Holocaust nicht alleine verüben können”, erklärt Timothy Kaiser, stellvertretender Direktor des Levine Instituts für Holocaust Erziehung am Museum. Einige waren Nachbarn stellt die Frage nach den unzählig anderen, die den Holocaust mit ermöglichten, aber auch nach den Menschen, die Widerstand leisteten und Andere retteten. Besucher können eigene Annahmen hinterfragen und überlegen, wie der Einzelne etwas bewirken kann.” 

Diese Ausstellung wurde gefördert durch das William Levine Family Institute des United States Holocaust Memorial Museums mit Unterstützung u. a. von der David Berg Foundation, der Oliver Stanton Foundation, der William & Sheila Konar Foundation, der Blanche and Irving Laurie Foundation, der Benjamin and Seema Pulier Charitable Foundation, Sy and Laurie Sternberg und dem Lester Robbins and Sheila Johnson Robbins Traveling and Special Exhibitions Fund established in 1990. 

Das United States Holocaust Memorial Museum ist ein lebendiger Ort der Erinnerung an den Holocaust und inspiriert sowohl Bürgerinnen und Bürger als auch Führungskräfte weltweit, sich dem Hass entgegenzustellen, Völkermord zu verhindern und sich für die Menschenwürde einzusetzen. Seine weitreichenden Bildungsprogramme und seine weltweite Wirkung werden durch großzügige Spenden ermöglicht. 

Weitere Informationen finden Sie unter: ushmm.org/einige-waren-nachbarn  

Das Institut für Stadtgeschichte Recklinghausen lädt Sie und Ihre Freunde herzlich zum Besuch dieser außergewöhnlichen Ausstellung ein, die sich insbesondere für Schulklassen und für geschichtspädagogische Zwecke bestens eignet. Führungen und Gruppenbesuche sind auf Anfrage und nach Anmeldung in begrenzter Teilnahmerzahl möglich. Einzelheiten sind ab Anfang September im Institut für Stadtgeschichte zu erfragen und hängen in ihren Ausführungsmöglichkeiten vom aktuellen Stand der corona-bezogenen NRW-Landesverordnungen ab.

Ausstellung vom 9. September bis 8. Oktober 2020
im Institut für Stadtgeschichte Recklinghausen
Hohenzollernstraße 12
45659 Recklinghausen
Tel.: 01361 / 50-1913 und -1901

Öffnungszeiten:
montags, dienstags, mittwochs: 8.00 - 16.00 Uhr
donnerstags: 8.00 - 18.00 Uhr
freitags: 8.00 - 13.00 Uhr


Eintritt frei.

Schönstes Rathaus in NRW

Weil das schönste Rathaus in Recklinghausen steht und das Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung das am Samstag, 28. März, auch offiziell bestätigt hat, gibt es jetzt eine virtuelle Fotoausstellung, die den Bestand des Rathausgebäudes im Wandel der Zeit thematisiert.

Ausschachtungsarbeiten am Erlbruch, mit Spundwand und Betonfundament, 1905, im Hintergrund die kath. Liebfrauenkirche in RE-Hillen
Rathaus im Bau, um 1907
Rathaus vor der Einweihung, Herbst 1908
Rathaus, Südseite, Herbst 1908
Hauptportal Nordseite, Zustand Herbst 1908
Haupttreppe ins erste Obergeschoss, Zustand Herbst 1908
Treppe ins zweite Obergeschoss, Zustand Herbst 1908
Photochrom-Ansichtskarte, zwischen 1908 und 1910
Photochrom-Ansichtskarte, Südseite mit Erlbruchpark, zwischen 1908 und 1910
Rathaus mit Kaiserwall und stadteinwärtiger Bebauung, um 1910
Rathaus, um 1910
Photochrom-Ansichtskarte, um 1910
Rathaus mit Vorplatz, um 1930
Rathausvorplatz mit Auffahrt zum Hauptportal und Stadthaus A, um 1960
Ansicht von Westen, um 1960
Luftbild, Ansicht von Norden, um 1960
Rathaus mit Vorplatz, Blick aus Stadthaus A, 1965
Rathaus mit Vorplatz, um 1970
Rathausvorplatz, um 1970
Südseite, Winter 1973
Nordseite mit Vorplatz und neuem Brunnen 1990er Jahre
Rathaus heute

Ab sofort gibt es eine neue Broschüre, die das schönste Rathaus in Nordrhein-Westfalen - nämlich das Recklinghäuser Rathaus - ehrt. Auf 39 Seiten und mit über 30 teils bisher unveröffentlichten Fotografien widmet sie sich der Geschichte und Entwicklung des Bauwerkes. Die Broschüre liegt im Institut für Stadtgeschichte und im Rathaus aus. 

Das Recklinghäuser Rathaus: Historistische Architektur als Symbol für Geschichte, Demokratie und kommunales Selbstbewusstsein:

Betrachtende schauen seit 1908 auf ein imposantes Bauwerk, das für Recklinghausen zu Beginn des 20. Jahrhunderts ganz neue städtebauliche Maßstäbe setzte. Bemerkenswert ist die Ortswahl: Anders als in vielen anderen Städten brachen Recklinghausens Stadtväter mit der urkundlich seit Mitte des 13. Jahrhunderts nachweisbaren Standorttradition des Altstadtmarktes. Das monumentale neue Rathaus suchte buchstäblich „das Weite“: Ein großflächiges Areal im Süden des historischen Stadtkerns, das keine Bezüge zu den Vorgängerbauten von 1256, 1505 und 1847 aufweist, wurde zum neuen Standort gewählt.

Die Stadtverwaltung Recklinghausen, die ab 1890 eine steigende Zahl von Dienstleistungen für eine rasant wachsende Bevölkerung zu schultern hatte, benötigte immer mehr personelle und materielle Kapazitäten: Das war der Auslöser für den Rathausneubau. Hinzu kam das gestiegene Selbstbewusstsein der aufstrebenden, mittlerweile kreisfreien Industriestadt, die Anschluss suchte an „standesgemäße“ Repräsentationsformen der Kaiserzeit. Überdies sorgte eine wirtschaftliche Hochkonjunktur in den ersten Jahren des 20. Jahrhunderts für einen Bauboom in ganz Deutschland. Wegen dieses Wirtschaftswachstums und der gestiegenen Steuereinnahmen gab es bei den Kommunen volle Kassen und umfangreiche Investitionen. Die Bauzeit des Rathauses (1905-1908) fällt nicht von ungefähr in die Schlussphase dieser prosperierenden Wirtschaftsperiode.

Durch ein einzigartiges Städtewachstum entstanden in ganz Deutschland zwischen 1850 und 1900 rund 200 neue Rathäuser. Der junge Kölner Architekt Otto Müller-Jena fand für seinen Entwurf eines neuen Recklinghäuser Rathauses großstädtische Vorbilder in Essen, Elberfeld, Leipzig, Hamburg, Hannover, Wiesbaden, Ingolstadt und Bielefeld. Reicher Fassadenschmuck, Figurennischen, Glasmalereien, Steildächer, verzierte Giebel, Türme oder Dachreiter mit großen Uhren sowie Erker, Loggien und Balkone gehörten zum Bauprogramm.

Im Erlbruch, einem alten Sumpfgelände, das die Kölner Erzbischöfe im 14. Jahrhundert der Stadt geschenkt hatten, verwandelte sich im Oktober 1908 die größte Baustelle Recklinghausens in einen der auffälligsten kommunalen Repräsentations- und Verwaltungsbauten im rheinisch-westfälischen Industrierevier. Das wuchtige, die kleinräumigen und pittoresken Dimensionen Alt-Recklinghausens sprengende Gebäude erhält auch insofern eine Bedeutung, als es ein spätes Beispiel der deutschen Neorenaissance darstellt, die in den Schlössern und Stadtpalais des 16. Jahrhunderts ihr Vorbild fand.

Neben diesem architektonischen Aspekt gab es aber auch ein sozialgeschichtliches Motiv für die Errichtung öffentlicher Bauten in solcher Gestalt: Das nationalliberale Wirtschaftsbürgertum, Schrittmacher der Industriellen Revolution, suchte den Anschluss an eine Epoche, die durch den wirtschaftlichen Erfolg städtischen Bürgertums geprägt war. Indem die neuen Rathausbauten die Stilformen der Frühen Neuzeit, insbesondere die sogenannte „deutsche“ Renaissance imitierten, verwiesen sie auf das Idealbild des altdeutschen Städtewesens, wie es nach Meinung der Zeitgenossen vor allem in den freien Reichsstädten des 16. Jahrhunderts verwirklicht wurde.

Doch nicht nur diese geschichtsverliebte Attitüde sollte sich in den neuen Rathausbauten zeigen. Das deutsche Wirtschafts- und Bildungsbürgertum verstand sich schon seit Beginn des 19. Jahrhunderts als Träger des Nationalgedankens, der auch einen legitimen Bedarf nach einem eigenen Stil in Kunst und Architektur anmelden wollte. Auf diese Weise wurden die Rathäuser des Kaiserreiches auch zu Denkmälern bürgerlichen Kulturbewusstseins und nationaler Wirtschaftsmacht. Seit den Kommunalwahlen vom März 1919 steht das Rathaus auch für den Durchbruch der Demokratie auf die kommunale Ebene, seitdem sind die Rathäuser in Deutschland ein Fundament des demokratischen Miteinanders und ein Austragungsort lebensnaher demokratischer Ideen und Projekte.

Die nachstehende Bilderfolge zeigt wie in einem Kaleidoskop, dass sich das Recklinghäuser Rathaus, trotz dramatischer geschichtlicher Zäsuren und Entwicklungen und unbeschadet diverser Sanierungs- und Modernisierungsmaßnahmen im Innern, über mehr als 110 Jahre treu geblieben ist. Die ehemals wilhelminische Attitüde ist heute längst einer Wahrnehmung von Schönheit, Stil und Kongruenz der Architektur gewichen. Eine glückliche Fügung hat es ermöglicht, dass das Rathaus das Jahr 1945 ohne nennenswerte Kriegsschäden überwand und nicht, wie in vielen anderen Städten in NRW mit vormals schönen alten Rathäusern, einem nüchternem Zweckbau der 1950er-Jahre die Bühne überlassen musste. Recklinghausen behielt so ein unverwechselbares Bauwerk, das die Bürgerschaft, die kommunale Demokratie und das Selbstbewusstsein sowie den Gemeinsinn der Stadt imposant vereint. Der überraschende Wettbewerbssieg am Samstag, 28. März 2020, der das Recklinghäuser Rathaus zum schönsten seiner Art in NRW macht, verleiht dieser historischen Synthese seinen angemessenen Ausdruck.



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Museen

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Wohnmobil

Im Wohnmobil in direkter Nähe zur Altstadt übernachten - das ist jetzt möglich: Auf dem Parkplatz P9 am Erlbruch. Hier stehen drei Stellplätze für Wohnmobile bis 7,50 Meter und drei Stellplätze für Wohnmobile bis 10,5 Meter zur Verfügung. Mehr

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Sich mit der NS-Diktatur auseinandersetzen, Möglichkeiten des Engagements schaffen und sich so gegen das Vergessen des Nazi-Terrors einsetzen - dafür steht das Online-Gedenkbuch. Mehr

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