Aktuelles Recklinghausen

Schon zweimal musste die Auszeichnung aufgrund von Corona verschoben werden, nun konnte sie am Mittwoch, 26. Oktober, endlich im Ratssaal des schönsten Rathauses in Nordrhein-Westfalen stattfinden. „Oftmals sehen Menschen, Institutionen oder auch Firmen, die sich für Menschen mit einem Handicap einsetzen, ihre ehrenamtliche Arbeit nicht als besonderes Werk an. Mir ist es ein persönliches Anliegen, ihnen dafür die Wertschätzung der Stadt entgegenzubringen, die sie einmal mehr verdienen“, sagte Tesche.
Recklinghäuser*innen selbst haben die nun Geehrten vorgeschlagen. Eine Jury bestehend aus Vertreter*innen der Ratskommission und der Arbeitsgemeinschaft für Menschen mit Behinderung unter dem Vorsitz von Bürgermeister Tesche hatte schließlich das letzte Wort und entschieden, wer die Auszeichnung erhält. „Wir haben hier heute Personen geehrt, die den Behinderten in erster Linie ein Gefühl des Angenommenseins, der menschlichen Nähe und Wertschätzung geben. Ich freue mich, dass das Engagement in Recklinghausen so groß ist“, fügte Barbara Ehnert, Referentin für Behindertenangelegenheiten, hinzu.
Ohne die zum Teil stille Mithilfe wäre das Engagement der Stadt nur ein Stückwerk. Für diese ehrenamtliche Arbeit wurden Hildegard Sommer und Wolfgang Busch als Einzelpersonen sowie die Ruhrfestspiele und die Lebenshilfe Mitte Vest e.V. für das Projekt „Lebenskünstler“ als Institutionen und Verbände mit einer Urkunde ausgezeichnet.
Zu den Geehrten:
Hildegard Sommer ist seit 2007 Vorstandsmitglied im Bundesverband für Rehabilitation (BDH) und Ansprechpartnerin für Fragen des Sozialrechts. Sie hält regelmäßig Sprechstunden für ihren Verband im Rathaus ab und hilft so Menschen mit Behinderung, sich im „Dschungel“ von Antragsstellungen beispielsweise zur Schwerbehinderung, zum Pflegegrad oder zu Rehabilitationsmaßnahmen zurechtzufinden. Aufgrund ihrer eigenen Behinderung verfügt Sommer grundsätzlich über ein Mehr-Verständnis, was mit einer Behinderung möglich ist und was nicht. Zu ihrem Angebot gehört auch das persönliche Gespräch mit den Betroffenen, denen gegenüber sie sich stets empathisch zeigt. Auch weil ihr Engagement, sich für die Mitglieder des BDH einzusetzen, weit über die Norm hinausgeht, wurde sie für die Auszeichnung ausgewählt.
Bereits seit einigen Jahren ist Wolfgang Busch ehrenamtlicher Mitarbeiter bei der Recklinghäuser Tafel des Sozialverbandes katholischer Frauen e.V. (SkF). Busch ist hauptsächlich in der Organisation tätig und kümmert sich um den Einlass im Eingangsbereich. Personen mit einer Einschränkung – egal, ob physisch oder psychisch – dürfen sich dank ihm außerhalb der Warteschlange anstellen und werden schneller in die Räumlichkeiten der Tafel gelassen. Seine immerwährend liebenswerte Art hat es zum Grund, dass das Vorlassen der Menschen mit Behinderung nie zu Unstimmigkeiten oder Missgunst bei den Wartenden führt.
Das Projekt „Lebenskünstler“, initiiert von den Ruhrfestspielen und der Lebenshilfe Mitte Vest e.V., befasste sich unter anderem mit Musik und Theater. Dazu gehörten beispielsweise Theateraufführungen, Trommelworkshops oder auch Graffiti und Wandmalereien. Jede*r konnte mitmachen, Menschen mit und ohne Behinderung, egal, welchen Alters, welcher Herkunft oder welchen Glaubens. Das Lebenskünstler-Festival hat hautnah gezeigt, wie Kunst die Menschen mit und ohne Behinderung begeistern und vereinen kann.
Hintergrund
Die Stadt Recklinghausen hat es sich zur ständigen Aufgabe gemacht, die Integration Behinderter zu fördern und dem Integrationsprozess Kontinuität zu verleihen. So wurde bereits vor 20 Jahren beschlossen, diese besonderen integrationsfördernden Leistungen auszuzeichnen. Die Veranstaltung findet in der Regel alle zwei Jahre statt.
Weitere Informationen gibt es auch online unter www.recklinghausen.de/behinderung.
Pressefoto: Bürgermeister Christoph Tesche (l.) zeichnete die Ehrenamtlichen für ihre besonderen integrationsfördernden Leistungen aus. Foto: Stadt RE



















