Aktuelles Recklinghausen

Und damit nicht genug, hatte der Infotech-Inhaber einen zweiten Scheck in gleicher Höhe im Gepäck, die er Giancarlo Cillis vom Sozialdienst katholischer Frauen (SkF) übergab.
„Das Schicksal der Menschen in der Ukraine darf uns nicht kalt lassen. Ich möchte mit gutem Beispiel vorangehen und auch an andere Unternehmen in der Stadt appellieren, für die Hilfe im Kriegsgebiet zu spenden“, sagte Rainer Hans. „Gleichzeitig ist es mir aber auch wichtig, nicht die Augen vor der Situation im eigenen Land zu verschließen. Auch hier gibt es Menschen, die in Not sind und unsere Unterstützung dringend brauchen. Die Tafel ist für sie eine wichtige Anlaufstelle. Deshalb habe ich mich entschieden, auch an diese Einrichtung zu spenden“, erläuterte der Infotech-Chef.
Bürgermeister Christoph Tesche zeigte sich begeistert vom Engagement des Unternehmens mit Sitz in Hochlar. „Es beeindruckt mich sehr, dass jemand, der unternehmerisch erfolgreich ist, auch seine soziale Verantwortung für die Gesellschaft wahrnimmt und sich dabei so großzügig zeigt. Natürlich würde ich mir wünschen, dass das Beispiel von Rainer Hans auch andere Akteurinnen und Akteure in der Stadt motiviert, zu spenden.“
Der Bürgermeister verwies darauf, dass Rainer Hans auch an anderer Stelle bereits mehrfach bewiesen habe, dass er ein hohes Interesse an der Stadt Recklinghausen habe. „Die Sanierung der Alten Feuerwache ist städtebaulich ein echter Gewinn für Recklinghausen. Mir hat imponiert, mit wie viel Herzblut Herr Hans dieses Projekt umgesetzt hat.“ Und auch der SkF wurde in der Vergangenheit durch Rainer Hans bereits unterstützt.
Christoph Tesche hatte Anfang März, bereits kurz nach Kriegsbeginn, die Einrichtung eines städtischen Spendenkontos für die Ukraine veranlasst und das mit einem entsprechenden Aufruf an die Recklinghäuser Bürgerschaft verknüpft. Auf das Konto sind auch bereits fast 40.000 Euro eingegangen. „Unser polnischen Freundinnen und Freunde haben gleich zwei Partnerstädte in der Ukraine, mit denen sie enge Kontakte pflegen. Dies sind Drohobycz und Zytomierz“, erklärte Tesche. Er selbst hatte zweimal bei Besuchen in Bytom Spendenschecks an seinen Amtskollegen Mariusz Wolosz überreicht.
„Dabei habe ich erlebt, dass es in unserer polnischen Partnerstadt eine unglaubliche Hilfsbereitschaft gibt. Bisher flossen unsere Spenden in die Flüchtlingshilfe vor Ort, nun ist geplant, mit dem Geld Stromaggregate zu beschaffen. Die werden angesichts der durch die russischen Angriffe zerstörten Infrastruktur in den ukrainischen Partnerstädten Bytoms dringend benötigt“, berichtete Christoph Tesche.
Den direkten Kontakt nach Polen hält Klaus Herrmann von der Brücke. „Die Kosten für ein Notstromaggregat hängen natürlich von der Leistungsstärke des Gerätes ab. Die Bytomer Kolleginnen und Kollegen planen die Beschaffung von weiteren großen Aggregaten mit 10 Kw zum Preis von rund 16.000 Euro. Jeder gespendete Cent hilft“, betonte Herrmann.
Die Partnerschaft zwischen Bytom und Recklinghausen besteht seit mehr als 20 Jahren. „Wir sind längst gute Freunde geworden. Bei meinem letzten Besuch habe ich auch Delegationen aus den Bytomer Partnerstädten in der Ukraine kennenlernen dürfen. Diese Begegnungen waren sehr bewegend und sind für mich auch Motivation, unsere Bürgerschaft noch einmal aufzurufen, mit Spenden dazu beizutragen, dass vor Ort akute Hilfe geleistet werden kann“, sagte Christoph Tesche.
Willkommen ist die stattliche Infotech-Spende für die Tafel auch beim Sozialdienst katholischer Frauen. „Die Lage hat sich in den vergangenen Monaten spürbar verschärft. Wir haben mehrere Hundert zusätzliche Kunden registriert, die regelmäßig bei uns einkaufen“, meldete SkF-Geschäftsführer Giancarlo Cillis. Dabei handelt es sich keineswegs nur um Flüchtlinge. Auch immer mehr Recklinghäuserinnen und Recklinghäuser werden angesichts der massiv gestiegenen Lebenshaltungskosten bei der Tafel vorstellig. Gleichzeitig ist das Spendenvolumen der Supermärkte rückläufig, weil diese selbst Aktionen für Bedürftige starten und unter dem gestiegenen Kostendruck den Wareneinkauf enger kalkulieren, so das am Ende weniger Waren für die Tafel übrigbleiben.
Das städtische Spendenkonto für die Ukraine-Hilfe in Bytom bleibt also weiterhin bestehen. Wer helfen will, kann auf das folgende Konto überweisen:
Konto-Inhaber: Stadt Recklinghausen
IBAN: DE27 4265 0150 0000 3041 47
BIC: WELADED1REK
Verwendungszweck: Nothilfe Ukraine (unbedingt anzugeben!)
Pressefoto: Je 10.000 Euro überreichte Rainer Hans (Mitte) von der Firma Infotech an Giancarlo Cillis und Jutta Beeking vom SkF für die Tafel sowie Brücke-Leiter Klaus Herrmann und Bürgermeister Christoph Tesche (v.l.) für die Ukraine-Hilfe der Stadt.



















