Unterhalt und Unterhaltsvorschuss

Unterhalt
Erst wenn die Vaterschaft anerkannt beziehungsweise festgestellt ist, kann das Kind Ansprüche gegen den unterhaltspflichtigen Elternteil erwerben. Lebt das Kind dauerhaft bei nur einem Elternteil, ist der andere Elternteil verpflichtet, Kindesunterhalt zu leisten.

Die Höhe des Unterhaltes für das Kind richtet sich grundsätzlich nach den persönlichen und wirtschaftlichen Verhältnissen des unterhaltspflichtigen Elternteils und wird unter Zuhilfenahme der Düsseldorfer Tabelle errechnet.


Wenn es Ärger mit der Feststellung der Vaterschaft und dem Unterhalt gibt
Die Einrichtung einer Beistandschaft ist ein kostenloses Hilfsangebot des Jugendamtes. Der Antrag ist schriftlich bei dem für den Wohnsitz des Kindes zuständigen Jugendamt zu stellen. Der Beistand hat die Aufgabe, die Vaterschaft Ihres Kindes festzustellen und/oder die Unterhaltsansprüche Ihres Kindes geltend zu machen sowie den monatlich fälligen Unterhalt einzuziehen; falls erforderlich auch gerichtlich einschließlich der notwendigen Vollstreckungsmaßnahmen. Allein erziehende Elternteile und  junge Volljährige bis zur Vollendung des 21. Lebensjahres können sich vom Jugendamt in Unterhaltsfragen aber auch nur beraten und unterstützen lassen.


Unterhaltsvorschuss
Wenn Sie ihr Kind allein erziehen und von dem anderen Elternteil keine bzw. unter dem festgesetzten Regelbedarf liegende Unterhaltszahlungen erhalten, können Sie beim Jugendamt Unterhaltsvorschuss beantragen.


Häufig gestellte Fragen zum Unterhaltsvorschuss:

Wer erhält Unterhaltsvorschuss?
Unterhaltsvorschuss erhält ein Kind, wenn es in Deutschland einen Wohnsitz oder seinen gewöhnlichen Aufenthalt in Deutschland hat, bei einem allein erziehenden Elternteil lebt, von dem anderen Elternteil nicht oder nur teilweise oder nicht regelmäßig Unterhalt in Höhe des gesetzlichen Mindestunterhalts gemäß Paragraph 1612 a Bürgerliches Gesetzbuch erhält und das 12. Lebensjahr noch nicht vollendet hat.


Wie hoch ist der Unterhaltsvorschuss?
Die Höhe des Unterhaltsvorschusses richtet sich wie der Unterhalt nach dem für die betreffende Altersstufe festgelegten Mindestunterhalt. Nach Abzug des für ein erstes Kind zu zahlenden Kindergeldes ergeben sich seit dem 1. Januar 2010 folgende Unterhaltsvorschussbeträge: für Kinder bis unter 6 Jahre 133 Euro monatlich, für ältere Kinder bis unter 12 Jahre 180 Euro monatlich.

Von den genannten Unterhaltvorschussbeträgen werden die Unterhaltszahlungen des anderen Elternteils oder dessen Waisenbezüge, die das Kind nach dessen Tod oder nach dem Tod eines Stiefelternteils erhält, abgezogen. Nicht abgezogen werden die sonstigen Einkünfte des Kindes und das Einkommen des allein erziehenden Elternteils.


Wie lange wird der Unterhaltsvorschuss gezahlt?
Die Unterhaltsvorschussleistung wird insgesamt längstens für 72 Monate gezahlt. Die Zahlung endet spätestens, wenn Ihr Kind 12 Jahre alt wird. Dies gilt auch dann, wenn die Unterhaltszahlung noch nicht für volle 72 Monate gezahlt wurde.


Kann Unterhaltsvorschussleistung auch rückwirkend gezahlt werden?
Die Unterhaltsvorschussleistung kann auch rückwirkend für den Monat vor dem Eingang des Antrages bei der Unterhaltsvorschusskasse gezahlt werden, wenn die gesetzlichen Voraussetzungen bereits in dieser Zeit erfüllt waren. Dazu gehört auch, dass es nicht an zumutbaren Bemühungen Ihrerseits gefehlt hat, den anderen Elternteil zu Unterhaltszahlungen zu veranlassen.


Wann ist der Anspruch ausgeschlossen?
Der Anspruch auf Unterhaltsvorschusszahlungen ist ausgeschlossen,

  • wenn Sie sich weigern, über den zahlungspflichtigen Elternteil Auskunft zu geben,
  • Sie sich weigern, bei der Feststellung der Vaterschaft oder des Aufenthalts des anderen Elternteils mitzuwirken,
  • Sie verheiratet sind, und von Ihrem Ehegatten nicht dauerhaft getrennt leben,
  • Sie, - ob verheiratet oder nicht - mit dem anderen Elternteil zusammen leben, Sie einen anderen als den leiblichen Elternteil des Kindes heiraten, der andere Elternteil Unterhalt mindestens in der Höhe des gesetzlichen Mindestunterhaltes geleistet hat.

Dabei wird jede Unterhaltszahlung bis zur Höhe des Mindestunterhaltes auf den Monat angerechnet, in dem sie erfolgt ist.


Was muss ich tun, um Unterhaltsvorschuss zu erhalten?
Die Leistungen nach dem Unterhaltsvorschussgesetz müssen Sie schriftlich beantragen. Ein mündlicher Antrag (zum Beispiel durch ein Telefonat) genügt nicht.


Wie wird der Unterhaltsvorschuss gezahlt?
Der Unterhaltsvorschuss wird kalendermonatlich ausgezahlt. Eine weitergehende Vorauszahlung ist nicht möglich. Besteht der Unterhaltsanspruch Ihres Kindes nicht für den ganzen Monat, so wird der Unterhaltsvorschuss anteilig berechnet.


In welchen Fällen muss ich den Unterhaltsvorschuss zurückzahlen?
Hat das Kind zu Unrecht Unterhaltsvorschuss erhalten, müssen Sie den Betrag ersetzen, wenn und soweit Sie Überzahlung verursacht haben durch vorsätzlich oder grob fahrlässig falsche oder unvollständige Angaben, nicht rechtzeitige Anzeige einer Veränderung in den Verhältnissen, die für die Leistung erheblich sind (siehe Punkt: "Wann ist der Anspruch ausgeschlossen?") oder wussten oder zumindest hätten wissen müssen, dass dem Kind der Unterhaltsvorschuss nicht oder nicht in der gezahlten Höhe zustand.


Ihre Ansprechpartner für den Unterhaltsvorschuss finden Sie hier.

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