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Erinnerung an Blumenthal: Projektabschluss mit App
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Einleitung
Die Kunstmeile in Recklinghausen wird digital, denn ab sofort präsentiert ein digitaler Führer die Erinnerungsorte an den Bergbau. Bürgermeister Christoph Tesche stellte am Donnerstag, 7. Oktober, gemeinsam mit Museumsdirektor Dr. Nico Anklam und Projektleiterin Dr. Johanna Beate Lohff die multimediale App vor. 
Haupttext


Mit der Präsentation der virtuellen Erweiterung der Kunstmeile, die bei den Nutzer*innen die Bergbautradition und -kultur wachhält, findet zugleich das Projekt „Erinnerung an Blumenthal“ sein Ende. Es startete im November 2020 und wurde vom Ministerium für Heimat, Bau, Kommunales und Gleichstellung (MHKBG) des Landes Nordrhein-Westfalen (NRW) im Rahmen des Programms #heimatruhr gefördert. 

„Die Bergbautradition ist tief in unserer Stadtgesellschaft verwurzelt“, sagte Tesche. „Ich begrüße es ausdrücklich, dass mit der neuen App die Kunstmeile mit ihrer Vielzahl an Erinnerungsorten eine virtuelle Begleitung erhält. Ich bin mir sicher, diese wird gerade junge Bürgerinnen und Bürger ansprechen und animieren, sich mit diesem Teil unserer Heimatgeschichte in Recklinghausen auseinanderzusetzen.“ 

Die sogenannte WebApp ist unter https://recklinghausen.kunstmeile.app von jedem internetfähigen Endgerät erreichbar. Ein Vorteil: Bürger*innen brauchen diese nicht herunterzuladen. Sobald die App gestartet ist, begeben sich die Nutzenden virtuell auf eine Sightseeing-Tour zu den Erinnerungsorten des Bergbaus auf der Kunstmeile. „Viele Recklinghäuserinnen und Recklinghäuser kennen noch die ehemaligen Zechenbahntrasse in Betrieb, auf der die Kunstmeile verläuft“, erklärte Dr. Anklam. „Mit dem digitalen Angebot können wir nun der jungen Generation die Geschichte unter und über Tage näherbringen und ebenfalls all denen, die die alte Trasse noch kennen, einen neuen Blick auf bereits Vertrautes anbieten.“  

Die ausgewählten Orte sind mit Punkten zum Anklicken versehen. Diese informieren über die Schachtanlage General Blumenthal und führen anhand historischer Fotos und Karten vor Augen, wie die Plätze zur Zeit des Bergbaus ausgesehen haben. Ein Highlight ist die Möglichkeit der „Augmented Reality“, zu Deutsch erweiterte Realität: Den Passant*innen steht beispielsweise am Lokschuppen über das Smartphone eine originalgetreu nachgebaute Lok zur Verfügung. Dabei lässt sich die Lok virtuell direkt auf der Kunstmeile platzieren. 

„Mithilfe der WebApp gelingt es uns, Geschichte sowohl lebendig als auch spielerisch zu vermitteln“, betonte Dr. Lohff. „Die einfach zu bedienende GPS-Steuerung zeigt den Fahrradfahrenden und Fußgängerinnen und Fußgängern in Zukunft, wo sie sich befinden und bietet zugleich Wissenswertes über die Geschichte Recklinghausens an diesem Ort.“ 

In dem Kunstprojekt „Erinnerung an Blumenthal“ entwickelte sich ebenfalls die Unterführung auf der Kunstmeile zwischen Herner Straße und Kurt-Schumacher-Allee zum Erinnerungsort an die Schachtanlage General Blumenthal 1, 2 und 6. Bereits im Sommer 2021 gestalteten Künstler*innen von Die Urbanisten e.V. die Wände mit Motiven aus der Geschichte des Bergbaus – angelehnt an Original-Aufnahmen, die der Geschichtskreis General Blumenthal zur Verfügung stellte. Diese künstlerische Wandmalerei wird von nun an auch in der App veranschaulicht. 

Ziel der Landesförderung war es, einen Heimatort in Recklinghausen zu schaffen. Das ist gelungen. Die Zusammenarbeit von ehemaligen Bergleuten und Künstler*innen war lebendig und hat die Erwartungen übertroffen. Der Zuspruch vieler Passant*innen zu dem Werk zeigt, dass partizipative Projekte im öffentlichen Raum gelingen können. Die Identifikation mit den Motiven ist groß. Viele Bürger*innen erinnern sich noch lebhaft an die Zeche. Dem Geschichtskreis war es ein Anliegen, dass genau diese Erinnerung an ihre Zeche Blumenthal bewahrt wird. Der Ort überliefert nun ein kleines Stück der großen Bergbaugeschichte, die Recklinghausen maßgeblich geprägt hat. Die App bietet zusätzlich spielerische Möglichkeiten auf diese materielle Kultur hinzuweisen.


Anhang
Pressefoto: Bürgermeister Christoph Tesche (2.v.r.) stellte gemeinsam mit Dr. Nico Anklam (l.) und Dr. Johanna Beate Lohff (6.v.r.) die WebApp zur Kunstmeile vor. Foto: Stadt RE

Datum
07.10.2021


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