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RETRO Station: Ausstellung mehr als 80 Arbeiten des Malers Clemens Wolter
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Pressefoto
Einleitung
Mit einer großen Ausstellung ehrt das Institut für Stadtgeschichte – RETRO STATION den Recklinghäuser Maler Clemens Wolter (1875-1955). Zu Lebzeiten war dem großartigen Künstler diese Ehre nicht vergönnt.
Haupttext


 „Wir zeigen rund 80 Exponate und dazu einige Fotografien“, stellte Dr. Angelika Böttcher die Ausstellung mit Co-Kurator Dr. Werner Koppe im Rahmen einer Pressekonferenz vor. Eröffnet wird die umfassende Werkschau am Freitag, 17. September, um 15 Uhr, sie läuft bis zum 14. Januar 2022.

Die Idee zur Ausstellung entstand im Mai 2020 im Zusammenhang mit der Herausgabe eines Recklinghäuser Bildungsbausteins über die Altstadtschmiede und dem Erwerb eines Wolter-Gemäldes durch das soziokulturelle Kulturzentrum. „Der Aufruf, dass sich Besitzerinnen und Besitzer von Wolter-Werken bei uns melden sollen, brachte eine großartige Resonanz. Mehr als 200 Bilder sind uns angeboten worden“, berichtet Dr. Angelika Böttcher. „Dass dankenswerterweise so viele Bürgerinnen und Bürger diesem Aufruf auf der Suche nach Bildern von Clemens Wolter gefolgt sind, zeigt einmal mehr das engagierte Gemeinschaftsgefühl in unserer Stadt und der Region“, freut sich Bürgermeister Christoph Tesche.

Das Kuratorenteam Dr. Werner Koppe und Dr. Angelika Böttcher hat sich tief in die Biografie von Clemens Wolter eingearbeitet und dabei bisher unbekannte Informationen recherchiert. Bei der Auswahl der Leihgaben für die Ausstellung achtete das Duo darauf, das Malspektrum des Künstlers in seiner ganz Breite darzustellen. So können die Besucher*innen der Werkschau nicht nur Ölgemälde im Großformat, sondern auch zahlreiche kleine und mittelgroße Objekte bewundern. 

Einige Motive ziehen sich wie ein roter Faden durch das Schaffen von Clemens Wolter. In mehreren Variationen hat dieser den Altstadtmarkt mit Pinsel und Farbe festgehalten. Auch der in der Mitte des 19. Jahrhunderts abgebrochene Quadenturm findet sich gleich auf mehreren Darstellungen des Malers, offenbar ein Votum Wolters für den in der Bürgerschaft diskutieren Wiederaufbau des Turms, der einst Bestandteil der mittelalterlichen Stadtmauer war. Auf vielen Motiven des Künstlers findet sich außerdem eine Postkutsche.

Wolter, der 1875 in Lippramsdorf geboren wurde und für seine Ausbildung als Maler und Anstreicher nach Recklinghausen kam, verdiente sein Geld unter anderem mit zahlreichen Auftragsarbeiten von heimischen Unternehmen. Deren Inhaber*innen ließen sich nur allzu gern vom Heimatmaler porträtieren. 

Fertigte Wolter vor dem 2. Weltkrieg vor allem sehr aufwendige Ölgemälde, produzierte er unter großem wirtschaftlichen Druck nach dem Krieg viele Bilder im Kleinformat, die qualitativ deutlich hinter den detailgetreuen Darstellungen der Vorkriegszeit zurückblieben. Die Rahmen für die kleinen Bilder zimmerte er vielfach aus Leisten selbst zusammen. Einen Namen machte er sich in der Stadt und der Region Recklinghausen auch während des Zeitraums von 1920 bis 1940 durch seine Bühnenbilder für die Plattdeutsche Bühne. 

Die Werkschau wird von einem umfangreichen und spannenden Rahmenprogramm begleitet. Dieses reicht von Vorträgen über Workshops bis hin zu Exkursionen und Stadttouren. Der Verein für Orts- und Heimatkunde bringt sich ebenso ein wie die Plattdeutsche Bühne und die Altstadtschmiede. Am Wolter-Haus an der Kellerstraße soll eine Info-Tafel enthüllt werden, die an den Maler erinnert. Der bekannte Recklinghäuser Filmemacher George Sommer erarbeitet zusammen mit Dr. Werner Koppe ein Video über Clemens Wolter und nicht zu vergessen, ist ein Katalog zur Ausstellung erschienen, der die Biografie und das Oeuvre des Malers umfassend dokumentiert. Verfasst haben ihn Dr. Angelika Böttcher und Dr. Werner Koppe. 

Mit Unterstützung der KulturStiftung Masthoff, der Knust Gruppe und des Vereins für Orts- und Heimatkunde Recklinghausen e.V.

Datum
15.09.2021


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